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Tschechien: Veränderungen im jugendlichen Lebensstil

Doc.PhDr. Petr Sak, CSc. a Mgr. Karolína Saková

Ost-West-Gegeninformationen
Vierteljahresschrift, Jg. 18, Nr. 3/2006

Kinder und Jugend stellen die sensitivste Sozialgruppe dar. Das bedeutet, dass die Veränderungen in der Gesellschaft, die neuen Entwicklungstrends sich zuerst in die Sozialisation der Jugend projektieren. Sehr wahrscheinlich wurde bisher keine Jugendgeneration sozial reif in der Periode so markanter sozialer Veränderungen wie die Jugend der neunziger Jahre. Während die älteren Generationen auf die Veränderungen durch irgendeine Resozialisation reagiert haben, bei der infolge veränderter sozialer Bedingungen der soziale Teil der Persönlichkeit verändert wurde, handelte sich bei der Jugend um die primäre Sozialisation. Die nach der Wende 1989 agierenden Visionäre stellten sich die neue Generation als eine verbesserte Version der „sozialistischen Jugend“ vor. Einen ähnlichen methodologischen Fehler konnte man auch bei den an den in Westeuropa realisierten Konferenzen anwesenden Soziologen feststellen. Die These, die gewisse soziale Erscheinungen als Folge des vorherigen Lebens im Realsozialismus erklärten, wurde wissenschaftliches Klischee. Als Beispiel kann gelten eine niedrige Partizipation der tschechischen Jugend an der Verwaltung und Leitung der Gesellschaft als Folge der vorherigen 40 Jahre in der totalitären Gesellschaft. Wenn das gelten sollte, müsste diese Partizipation der Jugend vom Jahre 1990 steigen und höher sein als bei älteren Generationen. Die Realität beweist aber den Gegenteil. In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts sank die mit den traditionellen Formen durchgeführte Partizipation der Jugend und war niedriger als bei der mittleren und älteren Generation.

Natürlich entspricht die Entwicklung neuer Generationen der Jugend den Vorstellungen über die ausgebesserte Generation nicht. Die neue Jugendgeneration ist einfach anders, da sie in anderen sozialen Bedingungen reif wurde. Wir müssten ein bewertendes Kriterium wählen, um sagen zu können, ob sie besser ist. Nur schwierig würden wir ein einziges bewertendes Kriterium für die Bewertung dieser Generation finden. Wenn wir mehrere Kriterien benutzen werden, kommen wir zum Schluss, dass nach manchen Kriterien die Jugend besser und nach anderen wieder schlimmer ist. Bei gewissen Kriterien können wir sogar nicht zum Einverständnis kommen, ob sich um ein positives oder negatives Merkmal handelt. Der Hedonismus zum Beispiel und Abwesenheit der Bedeutung der Ideen für das Leben können als Negativum bewertet werden, aber z.B. der Kommentator einer bedeutenden tschechischen Tageszeitung bewertet die ideell nicht verankerte Generation im Vergleich mit der sich mit der Ideologie beschäftigenden Nachkriegsgeneration positiv.

Für die Entwicklung der Jugend erwies sich als äußerst kritisch die erste Hälfte der neunziger Jahre, wann Institutionen, Institute, Mechanismen, Normen und Werte des vergangenen Regimes eingingen und Institutionen des neuen Regimes noch nicht konstituiert wurden. So wurden z.B. Einrichtungen für Freizeit der Kinder und Jugendlichen liquidiert, bei den erhaltenen Einrichtungen ihre Wirtschaftsrechnung gesenkt und deren Tätigkeit kommerzionalisiert. Gleichzeitig mit den Veränderungen in der Organisation der Freizeit wuchs die Kriminalität der Kinder und Jugendlicher, startete eine massive Welle des Drogenkonsums und der Verbrauch des Alkohols und der Nikotinismus begannen zu wachsen. Bis das Jahr 1992 war der Drogenverbrauch der Jugendlichen eine marginale Erscheinung, die nur mit deren kleiner Gruppe verbunden war. Am Ende der neunziger Jahre bestätigten schon fast 40 Prozent der Fünfzehnjährigen ihre persönliche Erfahrung mit der Droge. [1]

In den neunziger Jahren sank die Qualität und Art dessen, wie junge Generation ihre Freizeit verbracht hat. Diese Entwicklung änderte sich am Ende der neunziger Jahre, wann neue Phänomene und Trends erschienen sind. Obwohl die Frequenzen der wenig wertvollen Freizeitaktivitäten nicht abnahmen, begannen anspruchsvollere Aktivitäten zu wachsen. Diese Tatsache st als Folge des “Zerbrechens“ der jungen Generation zu verstehen. Am Ende der neunziger Jahre adaptierte sich schon ein großer Teil der Gesellschaft an neue soziale Bedingungen und war im Stande, neue Möglichkeiten zu nutzen. Ein kleinerer Teil der Gesellschaft ist nicht an diese neuen Bedingungen adaptiert und Kinder und Jugendliche aus diesem Milieu sind sozio-kulturell benachteiligt. Man kann einigermaßen über soziale Ausschließung reden.

Neben den Veränderungen, die sich direkt oder indirekt aus den Veränderungen des sozialen Systems ergeben, ist die heutige junge Generation mit der Veränderung verbunden, die außer der sozialen Transformation verläuft. Die wesentlichsten Veränderungen ergeben sich aus dem Übergang zur Informationsgesellschaft mittels neuer Informations- und Kommunikationstechnologien. Es entwickelt sich die Digitalisierung des Lebensfeldes und Lebensstils der jungen Generation, das Leben der Jugend verschiebt sich in das Cyberspace und die natürliche Welt wird durch virtuelle Realität ersetzt.

Wenn etwas die zeitgenössische Generation charakterisiert, dann ist es ihre Differenziertheit. Die ist nach der Reihe verschiedener Merkmale wahrzunehmen. Innerhalb der jungen Generation existieren unterschiedliche Haltungen, Meinungen, Interessen, Wertorientierungen. Von vorherigen jungen Generationen unterscheiden sich heutige junge Leute durch das Erleben der existenziellen Ängste vor der Zukunft und der Furcht vor der Arbeitslosigkeit. Der Lebensweg der heutigen Jugend wird auch durch das Studium der Ober- sowie Hochschulen im Ausland gekennzeichnet und bei einem Teil der Jugend auch durch das Erlebnis der Arbeitslosigkeit.

Weitere Differenzierung innerhalb der jungen Generation, die die Quelle zukünftiger Veränderungen darstellt, erfolgt im Rahmen der sozialen Entwicklung junger Frauen. Verschiedenen Kriterien zufolge kann man behaupten, dass die Frauen das bedeutendste Subjekt der sozialen Dynamik darstellen. Vom Standpunkt aus des Bildungsniveaus sind junge Frauen den Männern nicht nur gleich, sondern ihnen sogar überlegen. Die Frauen betrachten die Bildung als einen größeren Wert als Männer und sind auch aktiver in der Weiterbildung. Positive Veränderungen bringen aber auch neue Probleme. Traditionelle Stereotypen setzten eine höhere Bildung des Mannes voraus, aber heutige Frauen müssen solche Männer annehmen, die höhere Bildung nicht besitzen, manchmal sogar einen niedrigeren Bildungsgrad, niedrigeres Einkommen und niedrigeren sozialen Status haben. Der Widerspruch zwischen den traditionellen Stereotypen und der gegenwärtigen Realität trägt zum Phänomen „singles“ und zu hohen Zahlen der Scheidung bei.

Gemeinsame Generationsmerkmale werden schwierig gesucht, aber im Vergleich mit den vorherigen Generationen ist bei der Jugend ein ausgeprägter Hedonismus, Individualismus und kleineres Interesse für soziale Werte zu verzeichnen. Heutige junge Generation unterscheidet sich von den vorherigen Generationen auch durch einen markanten Pragmatismus, Rücktritt von beliebigen sozial-ideellen, religiösen und geistigen Richtungen.

Die Jugend stellt den Träger der fortschreitenden Verweltlichung der tschechischen Gesellschaft dar. Man kann feststellen, dass mit jedem weiteren Populationsjahrgang die Haltungen der 15-19jährigen Menschen zur katholischen Kirche schlimmer werden. Dabei existieren aber innerhalb der jungen Generation Gruppen mit ausgeprägter spiritueller Orientierung, einschließlich der christlichen. Man kann sogar ein Paradox beobachten, das innerhalb der jungen Generation, die gegenüber der katholischen Kirche von allen Generationen die schlimmste Haltung erweist, der Katholizismus eine dominante ideelle Orientierung darstellt. Das ist damit zu erklären, dass die Verschlimmerung der Haltungen gegenüber den sekulären sozial-ideellen Richtungen, wie z.B. der Konservatismus, Liberalismus, Marxismus, Sozialismus, viel schneller verlief als es beim Katholizismus der Fall war.

Entwicklung der Haltungen zu den sozial-politischen Richtungen
1993,2005, Altersgruppe 15-30 Jahre
Skala 1-5, 1-Ablehnung, 5 - Identifizierung




Freizeitaktivitäten der Jugend

Der Inhalt und Qualität des Erlebens der Freizeit der Jugend variieren in Abhängigkeit von der Lebensphase. Die Freizeitaktivitäten werden auch in den Alters-, sozialen und demographischen Gruppen differenziert. Ausnahmsweise erweisen die Veränderungen im Erleben der Freizeit einen Generationscharakter. Eine zeitlich kontinuierliche Reihe der Untersuchungen der Freizeit ermöglicht. diese Veränderungen zu begreifen. [2] In der Abbildung werden Mittelwerte der ausgewählten Aktivitäten der gegebenen Jugend im Alter von 15-18 Jahre angegeben. Seit achtziger Jahre steht in der Rangliste der Freizeitaktivitäten an erster Stelle die Verfolgung des Fernsehens, die bis 1997 ständig wuchs. Folgende Abbildung zeigt seit 1992 einen Raketenanstieg der auf dem Personencomputer durchgeführten Aktivitäten. Die gegenwärtige Jugend ist durch ihre Verbundenheit mit dem Personencomputer und Durchführung der Computeraktivitäten nicht nur vom Standpunkt aus der Generation profiliert und gegenüber den älteren Generationen definiert, sondern sie realisiert sogar eine prinzipielle soziale Veränderung. Mittels der gegenwärtigen und vorherigen Jugendgeneration wird die transgenerationelle Veränderung der Etappe, der Einzug des Digitalalters durchgeführt. In nur dreizehn Jahren erlangten die Computeraktivitäten

Entwicklung der Freizeitaktivitäten der Jugend
seit 1982 bis 2005, Altersgruppe 15 – 18 Jahre
Skala 1-5, 1 - nie, 5 - täglich




den Gipfel der Freizeitaktivitäten. Mittels des Computers verwirklicht junge Generation ein breites Spektrum der Aktivitäten, die ihre verschiedensten Interessen, Bedürfnisse erfüllt, das Leben der Jugend verändert und ihre Lebensweise redefiniert. Weitere Veränderungen im Erleben der Freizeit sind schon milder und verwirklichen sich im Rahmen der Generation – Aufenthalt in den Restaurants, Weinstuben, Gaststätten, Gerede mit den Freunden, Nichtstun.

In der Lebensweise der Jugend wächst ferner ständig der Einfluss der Medien. Dabei verändert sich bloß der Umfang der Zeit, die den einzelnen Medien gewidmet wird und ferner die Position einzelner Medien im Leben der jungen Generation. In neunziger Jahren sank drastisch die Lektüre junger Menschen. Im Jahre 1992 lasen in einem Monat 10 Prozent der 15-18-Jährigen vier und mehr Bücher, im Jahre 2000 existierte diese Leserkategorie nicht mehr. Drei Bücher lasen im Jahre 1992 30 Prozent und im Jahre 2000 nur 24 Prozent junger Menschen. Die sinkende Zahl der Lektüre der Jugend wird durch zwei Gründe verursacht: durch den Anstieg der kommerzionellen Massenkultur, vor allem des kommerzionellen Fernsehens und durch den Antritt neuer Informations-und Kommunikationstechnologien in das Leben der Gesellschaft. Aus dem Leben der Jugend verschwindet langsam auch der Kinobesuch. Während in den achtziger Jahren das übliche Art war, wie man die Freizeit verbracht hat, heutzutage geht ein junger Mensch ins Kino fast ausnahmsweise. Diese Veränderung ist auch durch neue Technologien verursacht. Junge Zuschauer verfolgen Filme mittels der Videokassetten und immer mehr auch mittels der DVD, sowie mittels des Computers, wo die aus dem Internet entnommenen Filme gezeigt werden.

Trotz des Rückgangs der Teilaktivitäten wächst ständig die Bedeutung der Medien. Sie bestimmen eindeutig die Lebensweise der jungen Generation mit steigendem Übergang zu ihrer Digitalisierung und durch ihre Durchschaltung in die multimediale Form. Es sink vor allem die Bedeutung der Aktivitäten, die nicht in die digitalisierte multimediale Form übergehen.

Um die Bedeutung der Medien im Leben der Jugend zu begreifen, wurde das Volumen der einzelnen Medien gewidmeten Freizeit mittels der Technik der Zeitreihe ermittelt. Der Respondent notierte seine Aktivitäten in den Notizenbogen.

Die den medialen Aktivitäten gewidmete Zeit
in einer Woche, 2000, Altersgruppe 15 – 30 Jahre




Die tschechische Jugend verbringt mit den Medien ein Drittel ihres wachsamen Zustandes und zwei Drittel ihrer disponiblen Zeit (ohne Zeit für die Arbeit und die Schule). Dieser Anteil wird offensichtlich weiter wachsen.

Die Veränderung des Erlebens der Freizeit besteht nicht in bloßer Beiordnung einer weiteren Computeraktivität. Der Computer ist ein Schnittpunkt, in dem ein breites Spektrum früherer Aktivitäten zusammenläuft und wo neue Aktivitäten entstehen. – das Photographieren, Filmmachen, Lektüre, Zeichnen, graphisches Schaffen, Bildung, finanzielle Operationen, Buchhaltung, Animation, Simulation, Telefonieren, Musikhören und Musikkomponieren, literarisches Schaffen, Einkaufen, Kontakt mit Behörden, Briefschreiben, Gruppenkommunikation, Sex usw. Interessen, die früher der Einzelne in der Reihe der Interessenorganisationen an verschiedenen Stellen und in verschiedener Zeit befriedigt hat, kann jetzt selbst befriedigen, aus der Bequemlichkeit und Intimität seines Heimes. Die Lage in der Nutzung des Personencomputers ändert sich schnell. Die in der Abbildung enthaltenen Daten beziehen sich zum Stand des Monats Juni 2006 bei der Jugend im Alter von 15 – 18 Jahren. [3] 2)

Ausnutzung einzelner Möglichkeiten des Computers



Eine qualitativ neue Situation beginnt in der Hälfte der neunziger Jahre, wann im Spektrum der Medien ein weiteres Medium - Internet erschienen ist. Massenhaft verbreitete sich der Zugang zum Internet am Ende der neunziger Jahre und gegenwärtig ist die jüngste Altersgruppe der Jugend mit dem Zugang zum Internet völlig gedeckt. Die Abbildung zeigt, welche Interessen und Bedürfnisse mittels des Internets die Jugend befriedigt und in welcher Frequenz. Der Grund des Aufenthaltes auf dem Internet ist zwar die Gewinnung der Informationen und Kommunikation, aber die Jugend nutzt im Internet eine ganze Skala weiterer Aktivitäten. Dieses Spektrum wird immer breiter, auch dank den wachsenden technologischen und software - Möglichkeiten des Internets. Das Internet verschlingt schrittweise die früher selbstständigen Medien, so dass sie heute einen Bestandteil des Internets bilden. Das Internet wird ein Mittelpunkt der Gestaltung der Informationsgesellschaft und dazu entsprechenden Lebensweise. Die zeitgenössische Jug des Benehmens in der Informationsgesellschaft realisiert. Es handelt sich z.B. um den Kontakt mit Behörden, Einkaufen, Bankoperationen, Bildung, Verbindung mit der Welt usw.

Ausnutzung einzelner Möglichkeiten des Internets



Digitalisierung der Lebensweise und des Lebensfeldes

Eine qualitativ neue Situation in der Computerisierung der Gesellschaft tritt ab Ende der neunziger Jahre an, wann sich die tschechische Gesellschaft eine weitere Technologie –Internet aneignet. Mittels zwei Technologien – des Personencomputers und des Internets wird virtuelle Realität und Cyberspace konstruiert. Neue Funktionen und der Umfang der Bildung, Erhaltung, Bearbeitung und Übertragung der Informationen, oft in der realen Zeit, führt zur Gestaltung der Ionosphere als eine neue planetarische Hülle oder Dimension. [4]

Die mit der Computerisierung verbundenen Veränderungen sind so grundsätzlich, dass sie einen Charakter besitzen, der die Zivilisation und Evolution betrifft. Zu den den Charakter der neuen Zivilisationsepoche gestaltenden Phänomenen gehört neben der Ionosphere auch die Veränderung des Lebensfeldes des Menschen in der Informationsgesellschaft. Das Lebensfeld und dessen Komponenten – soziales und mentales Feld und der Lebensstil werden digitalisiert. Diese Veränderungen treten mit so hoher Dynamik ein, dass sie sich überwiegend innerhalb einer Generation – junger Generation erfüllen. Die Temporalität dieser Prozesse und ihre Konzentration vor allem innerhalb einer Generation trägt zur Differenzierung der Generationen, eventuell zur Kluft der Generationen bei. Die digitalisierten Lebensfeld und Cyberspace stellen neue Entitäten dar, die unter anderem die Ausdehnung des Lebensfeldes bis zur planetaren Dimension und soziale Kommunikation quer durch die Kulturen, Religionen, Staaten, Rassen, Kontinenten ermöglichen. So wie ein strukturiertes System im Weltall alle Körper und ein strukturiertes System die Zellen im Gehirn des Menschen sui generis bildet, ähnlich wird ein planetares System geschaffen, in dem Gehirne und Persönlichkeiten einzelner Menschen mittels der Personencomputer und Netzes Elemente des verbundenen planetaren Systems sein werden. Die Jugend der neunziger Jahre und die zeitgenössische junge Generation sind die Generationen, die diese potenziellen Möglichkeiten neuer Technologien vitalisieren. Es ist kein Zufall, dass die gegenwärtige Generation der Jugend „net generation“ (Netzgeneration) benannt wird.

Junge Generation unterscheidet sich von den vorherigen Generationen durch ein umfangreicheres Lebensfeld und durch die Dynamik dessen Ausdehnung. Das Lebensfeld der Jugend erweitert sich primär digital und in Anknüpfung an die digitale virtuelle Dimension erweitert sich mit einer Phasenverschiebung, als die Folge der virtuellen Bewegung, auch im Zeitraum der natürlichen Welt. Die Ausdehnung des Lebensfeldes im Cyberspace schafft Bedingungen für dessen Ausdehnung auch in der natürlichen Welt.

Durch die Verschiebung der Jugend ins Cyberspace ändern sich auch ihr Leben und Aktivitäten, mit denen dieses Leben erfüllt wird. Eine Reihe der Aktivitäten wird digitalisiert und so kann man eine Schlussfolgerung ziehen, dass im digitalisierten Lebensfeld auch der Lebensstil digitalisiert wird. Die oben angeführten Abbildungen sagen über ein breites Spektrum der digitalisierten Aktivitäten und von deren Position im Lebensstil der Jugend aus. Im Zusammenhang mit der Verschiebung der Jugend ins Cyberspace und zu virtuellen Aktivitäten kann man über die Digitalisierung des Lebensfeldes und Lebensstils reden.

Als Indikator der Ausdehnung des Lebensfeldes wurde in der Untersuchung die elektronische Kommunikation gewählt. Gleiche Methodik wurde in den Untersuchungen in den Jahren 2000, 2002 und 2005 wiederholt. Der Anteil der Individuen in den Altersgruppen, die im Rahmen der Tschechischen Republik, Europas und in die Vereinigten Staaten Amerikas während der sechs Jahre elektronisch kommunizieren, bringt interessante Erkenntnisse.

Ausnutzung der elektronischen Post
in den Altersgruppen in den Jahren 2000, 2002 und 2005




In der jüngsten Altersgruppe stieg während der sechs Jahre der Anteil der elektronischen Kommunikation in der Tschechischen Republik von 45 % auf 80 %, in Europa von 10 % auf 25 % und in die USA von 2 % auf 15 %. Die Abbildung zeigt, dass junge Generation das Subjekt der Digitalisierung des Lebensfeldes und dessen Ausdehnung darstellt. Die Dynamik dieser Prozesse ist riesig, innerhalb sechs Jahre verdoppelte sich der Anteil der Individuen, die in der Tschechischen Republik, Europa und mit den USA elektronisch kommunizierten.

Das Leben der Jugend in der medialen und virtuellen Realität bedeutet auch Veränderungen in der Sozialisation der jungen Generation und im sozialen Reifwerden der Kinder und der Jugend. Während bis jetzt im Lebensfeld die natürliche Welt überwieg und ins Lebensfeld schrittweise mediale und virtuelle Realität durchdrang, in unserer Gegenart werden Kinder in die Welt geboren, die in großem Maße medial und virtuell gestaltet wird. Von Geburt an stellen Medien neben der Familie ein bedeutendes Sozialisationsinstitut dar. Die Persönlichkeit des heutigen Menschen wird einerseits ein mediales Produkt und andererseits in der Interaktion mit den digitalen Technologien wird sie in der virtuellen Realität irgend eine “Zusatzeinrichtung dieser Technologien“.

Die Modifizierung des Reifwerdens wird Veränderungen in zwei Bereichen bedeuten:
- das Individuum wird reif werden, um neue Kompetenzen zu den Aktivitäten in der virtuellen Realität und im Cyberspace - „ digitale soziale Kompetenz “ und digitale oder virtuelle Soziabilität zu gewinnen,
- aber auch das Reifwerden für die natürliche Welt wird teilweise im Cyberspace verlaufen.

Das Individuum bringt ins Cyberspace seine natürliche Soziabilität, aber nach und nach verwirklicht sich eine Gegenbewegung. Vom Cyberspace bringt das Individuum seine virtuelle Soziabilität in die natürliche Welt. Nach der Verletzung der Temporalität und Räumlichkeit kommt im Rahmen des kartesianischen Paradigmas durch die Physik des 20. Jahrhunderts die Ära der Verletzung „der natürlichen Soziabilität“. Das Benehmen der Soldaten in den Kriegen kann schon heute Ausdruck der virtuellen Soziabilität sein, die im Kinderalter mit Hilfe der Computerspiele gewonnen wurde.

Wenn wir in die Geschichte zurückblicken, sehen wir verhältnismäßig genau die Bruchpunkte, wann neue Etappe der Entwicklung der menschlichen Zivilisation eintrat. Die Menschen, die in diesem Bruchpunkt lebten, waren meistens nicht dieser Bedeutsamkeit bewusst. Weiß die gegenwärtige Gesellschaft, dass die heutige junge Generation die Zivilisation in eine neue Etappe führt?



Literaturverzeichnis

Sak, P. PROMĚNY ČESKÉ MLÁDEŽE. Praha. 2000.
Sak, P. Saková, K. MLÁDEŽ NA KŘIŽOVATCE. Praha. 2004.
Sak, P. Saková, K. YOUNG PEOPLE IN THE CZECH REPUBLIC. 2003.
http://www.insoma.cz/kniha_web_aj_fin.pdf



Poznámky:
[1] Sak, P., Saková, K. Young People in the Czech Republic. 2003.
[2] Die Zeitreihe von Untersuchungen seit 1982 bis 2005 wurde mit dem gleichen Autor und durch dieselbe Methodik realisiert. Der Respondent hat in der Batterie von 44 Freizeitaktivitäten die Frequenz zugeordnet, die seiner Aktivität entsprach: 1 –nie, 2 – ausnahmsweise, 3 – von Zeit zu Zeit, mindestens einmal im Monat, 4 – oft, mindestens einmal in der Woche, 5 – täglich, oder fast täglich. Für jede Aktivität der Altersgruppe von 15-18 Jahren wurde ein Index als Mittelwert berechnet.Aktuelle verwendete Daten ergeben sich aus empirischen Untersuchungen, die im Rahmen des Grants des Ministeriums für Arbeit und Soziales der Tschechischen Republik „Der Einfluss der Computerisierung auf die Edukationsprozesse und Persönlichkeit des Menschen in der Informationsgesellschaft“ realisiert wurden. Es handelt sich um:
1. eine repräsentative Untersuchung der tschechischen Population, deren Daten mit der Technik des standardisierten Interviews mittels der Stichprobe von 1818 Respondenten gewonnen wurden,
2. eine Untersuchung, die in den Grund- und Oberschulen realisiert wurde, mittels der Fragebogenuntersuchung, die Stichprobe enthält 763 Fragebögen.
Die Untersuchung der Zeitbudgets mit Hilfe der Technik der Zeitaufnahme wurde im Jahre 2000 mittels der Stichprobe von 900 Respondenten und im Jahre 2005 mittels der Stichprobe von 754 Respondenten realisiert.
[3] Es handelt sich um die Fragebogenuntersuchung in den Schulen. Sieh Bem. 1. Aus derselben Untersuchung stammen auch die Daten über die Nutzung des Internets in zwei folgenden Abbildungen.
[4] Zum Phänomen der Ionosphere sieh:
1. Sak, P.: Mládež a média.In: 10 let českých médií, Praha, Portál, 2005
2. Sak, P.: Virtuální normalita a deviace. In: Vybrané problémy sociální patologie. Sborník příspěvků ze semináře sekce sociální patologie MČSS Šlovice 20.-22.4.2005 Praha: MČSS 2005
[5]Sak, P.: Proměny české mládeže, Praha 2004
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